Warum wir helfen - Soziale Probleme in São Luís und dem Bundesstaat Maranhão

São Luís und der Staat Maranhão stehen vor tiefgreifenden sozialen Problemen, die historisch, ökonomisch und politisch verwurzelt sind.

Der Bundesstaat Maranhão gilt als das Armenhaus Brasiliens. Die Einkommensverteilung ist stark ungleich: Eine kleine wohlhabende Schicht konzentriert Kapital, während große Teile der Bevölkerung in prekären Verhältnissen leben. Die Ursachen dafür liegen in der historischen Land- und Ressourcenverteilung: Großgrundbesitz und jahrzehntelange Ungleichverteilung hemmen breite wirtschaftliche Teilhabe.

In der Wirtschaft gibt es eine hohe Arbeitslosigkeit und wenige hochwertige Arbeitsplätze. Viele Menschen arbeiten in prekären Beschäftigungsverhältnissen ohne Sozialversicherung und stabile Einkünfte. Kinderarbeit ist an der Tagesordnung, da die Kinder in vielen Familien zum Familieneinkommen beitragen müssen.

Die schlechte wirtschaftliche Lage schafft Rekrutierungspotenzial für kriminelle Gruppen, so dass hohe Mord- und Gewaltquoten und Drogenhandel an der Tagesordnung sind. Dies wird auch im Straßenbild rund um die Schule deutlich: Die Fenster und Türen der Häuser sind vergittert, die Schule selbst ist von hohen Mauern umgeben und hat eine Einlasskontrolle.

In São Luís gibt es zahlreiche Favelas und informelle Siedlungen, in denen Bewohner oft ohne formellen Hausbesitz, ohne angemessene Infrastruktur und mit eingeschränktem Zugang zu Dienstleistungen leben. Eine mangelde Versorgung mit Wasser, Abwasser, Elektrizität und Müllentsorgung und enge Wohnverhältnisse, schlechte Bauqualität und eine hohe Anfälligkeit für Umweltgefahren (z. B. Überschwemmungen) charakterisieren die dortigen Lebensbedingungen.