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Die Aussagen der Schülerinnen und Schüler zu den Unterrichtsmethoden
Im Fragebogen hatten die SchülerInnen die Möglichkeit, ihr Urteil zu den wichtigsten Unterrichtsmethoden abzugeben. Dabei ging es jeweils um die Frage, wie gut die jeweilige Methode den eigenen Lernfortschritt unterstützt.
Als Bewertungskriterien standen zur Auswahl:
- sehr gut (+2)
- gut (+1)
- nicht so gut (0)
- schlecht (-1)
Darüber hinaus konnten die SchülerInnen zu jeder Beurteilung eine kurze schriftliche Begründung abgeben.
Im Folgenden finden sich Ergebnisse der Befragung zu vier Unterrichtsmethoden. (Weitere Ergebnisse werden in Kürze ergänzt.)
Die Partner- bzw. Gruppenarbeit
Die Partner- bzw. Gruppenarbeit wurde von den SchülerInnen mit einem Zeugnisschnitt von 2,5 und besser insgesamt mit 1,08 Punkten bewertet (also knapp besser als „gut“ = 1).
Die SchülerInnen mit einem Zeugnisschnitt von 3,5 und schlechter bewerteten diese Methode insgesamt mit 1,47 Punkten und damit sogar noch besser als die Gruppe der leistungsstärkeren SchülerInnen. (Zu dieser zweiten Gruppe gehören allerdings nur 16 SchülerInnen).
Leichte Unterschiede in der Einschätzung lassen sich auch im Blick auf die Geschlechterverteilung feststellen: Die Schüler bewerten die Partner- bzw. Gruppenarbeit insgesamt mit 1,11 Punkten, wogegen die Partner- bzw. Gruppenarbeit bei den Schülerinnen insgesamt auf 1,14 Punkte kommt.
Insgesamt kommt die Partner- bzw. Gruppenarbeit auf einen Wert von 1,16 Punkten und liegt damit auf Platz 1 der schulinternen Hitliste der beliebtesten Unterrichtsmethoden.
Das schätzen Schülerinnen und Schülern an der Partner-/Gruppenarbeit:
- Oft kann man bestimmte Sachen besser erfassen, wenn man sich mit anderen austauscht, gegenseitiges Erklären bringt mehr Verständnis.
- Man kann die Aufgaben besprechen und man kommt weiter, auch wenn man das Thema nicht so gut beherrscht.
- Wissen setzt sich besser fest, weil man es selbst erarbeitet.
- Man denkt mehr über das Thema nach als, wenn ein Lehrer nur erzählt.
- Man beschäftigt sich ohne Hilfe viel intensiver mit dem Thema.
- Man kann sich gegenseitig unterstützen.
- Schüler unterschiedlicher Stärken treffen zusammen und ergänzen sich.
- stärkt das Zusammensein; man lernt, in Gruppen zu kooperieren
- Zu zweit oder mehreren macht Lernen mehr Spaß und hilft.
- Jeder kann weiterarbeiten, erklärt anderen was, und bei Fragen kann man den anderen fragen
- selbstständiges Lernen wird gefördert
- Die Fähigkeit des Selbstlernens wird gefördert.
Das wird kritisch gesehen:
- Man lernt nicht so viel wegen der Lautstärke.
- kommt immer auf den Partner/die Gruppe an (Partnerarbeit besser)
- In kleineren Gruppen kommt man am besten voran.
- In Gruppen schweift man oft vom Thema ab und kommt nicht mit der Arbeit voran.
- Man muss sich nach dem Partner richten und kann nicht so gute Leistungen bringen.
- Oft sind schwache und gute Leute in einer Gruppe; schwache machen dann nichts.
- Nicht alle arbeiten immer mit, kassieren aber die gleiche Note.
Aus den SchülerInnenaussagen über die Schwächen der Partner- bzw. Gruppenarbeit lassen sich z. B. folgende Fragen ableiten, über die im Kollegium nachgedacht werden sollte, um den Einsatz dieser Sozialform zu optimieren:
- Wie kann dem Problem der Lautstärke bei mehr oder weniger vielen parallel arbeitenden Gruppen begegnet werden?
- Was kann getan werden, um die Gefahr des Abschweifens vom Thema zu verringern?
- Wie kann dem Problem begegnet werden, dass häufig SchülerInnen zusammenarbeiten, die unterschiedlich leistungsstark sind?
- Wie kann man der Schwierigkeit begegnen, dass SchülerInnen für unterschiedlich intensive und qualifizierte Mitarbeit in der Gruppe am Ende die gleiche Note erhalten?
Der Lehrervortrag
Der Lehrervortrag wurde von den SchülerInnen mit einem Zeugnisschnitt von 2,5 und besser mit 1,14 Punkten bewertet (also knapp besser als „gut“ = 1).
Die SchülerInnen mit einem Zeugnisschnitt von 3,5 und schlechter bewerteten diese Methode mit 1,07 Punkten. (Zu dieser zweiten Gruppe gehören allerdings nur 16 SchülerInnen).
Leichte Unterschiede in der Einschätzung lassen sich auch im Blick auf die Geschlechterverteilung feststellen: Die Schüler bewerten den Lehrervortrag mit 1,12 Punkten, wogegen der Lehrervortrag bei den Schülerinnen auf 0,98 Punkte kommt.
Insgesamt kommt der Lehrervortrag auf einen Wert von 1,01 Punkten und liegt damit auf Platz 2 der schulinternen Hitliste der beliebtesten Unterrichtsmethoden.
Das schätzen Schülerinnen und Schüler am Lehrervortrag:
- Man kann sich dadurch gut weiterhelfen.
- besseres Verständnis; zusätzliche Details
- Ich denke, dass Fachwissen so am besten vermittelt werden kann.
- Lehrer können den Stoff immer noch am besten erklären
- meist sehr verständlich, man kann sich gut mit einbringen
- organisiert
- Die Lehrer sind gut vorbereitet.
- Es wird auf die Fragen eingegangen und darauf geachtet, dass jeder mitkommt.
- Bei unverständlichen Sachen kann man den Lehrer direkt fragen.
- Man kann seine Meinung äußern und es ist meist interessant.
- macht Spaß zuzuhören
- Durch Mitarbeiten kann ich gut lernen; wenn der Lehrer es interessant macht, kann man sich viel einprägen.
- viele Meinungen hören
- Der Lehrer kann neue Themen gut erklären; die meisten Lehrer erklären gut
- Man bekommt schnell viele Informationen.
- kurz, bündig, aufschlussreich
- Der Stoff wird erklärt und man lernt nichts Falsches; man muss auch mal "Frontalunterricht" wagen, damit die Richtigkeit der besprochenen Themen gewährleistet ist.
- Durch U-Gespräche können Fragen sofort und ausführlich geklärt werden.
- besonders gut bei Einführung in ein neues Thema
Das wird kritisch gesehen:
- Qualität hängt stark vom Lehrer ab
- wird schnell langweilig und uninteressant
- Oft reden Lehrer zu viel und es wird unruhig und Schüler langweilen sich.
- Man schaltet oft ab.
- Der Stoff wird nicht selber bearbeitet; es ist manchmal etwas langatmig
- Es ist schwer dabei die Konzentration aufrecht zu erhalten.
- kann sich manchmal sehr in die Länge ziehen
- Man muss nicht selbst denken.
Betrachtet man die Schwächen des Lehrervortrags, so wie sie von den SchülerInnen beschrieben werden, stellt sich vor allem die Frage:
- Wie kann der Lehrervortrag in ein Unterrichtsarrangement so integriert werden, dass seine Stärken möglichst gut zur Geltung kommen, seine Schwächen aber minimiert werden können?
Die Selbstlernphase
Die Selbstlernphase wurde von den SchülerInnen mit einem Zeugnisschnitt von 2.5 und besser insgesamt mit 0,956 Punkten bewertet (also knapp schlechter als „gut“ = 1).
Die SchülerInnen mit einem Zeugnisschnitt von 3,5 und schlechter bewerteten diese Methode insgesamt mit 1,06 Punkten und damit sogar noch etwas besser als die Gruppe der leistungsstärkeren SchülerInnen. (Zu dieser zweiten Gruppe gehören allerdings nur 16 SchülerInnen).
Leichte Unterschiede in der Einschätzung lassen sich auch im Blick auf die Geschlechterverteilung feststellen: Die Schüler bewerten die Selbstlernphase insgesamt mit 1,1 Punkten, wogegen die Selbstlernphase bei den Schülerinnen insgesamt auf 0,899 Punkte kommt.
Insgesamt kommt die Selbstlernphase auf einen Wert von 0,97 Punkten und liegt damit auf Platz 4 der schulinternen Hitliste der beliebtesten Unterrichtsmethoden.
Das schätzen Schülerinnen und Schülern an der Selbstlernphase:
- Ich kann am besten aufpassen, wenn ich selbstständig arbeite.
- Man befasst sich sehr gut mit dem Stoff und konzentriert sich besser.
- selbstständiges Informieren und Lernen; motiviert dazu, sich selber mit dem Thema auseinandersetzen
- Man kann selbst entscheiden, was man lernt.
- Man steht nicht unter Beobachtung des Lehrers.
- gute Übung für selbstständiges Lernen; freies Arbeiten fördert die Selbstständigkeit
- Man lernt die Sachen, die man wichtig findet, und bespricht sie am Ende mit allen und bekommt Ergänzungen.
- Man kann sich selbst seine Methode aussuchen, wie man am besten den Text versteht.
- Da jeder Schüler unterschiedlich schnell lernt, ist dies sehr angebracht.
- Man kann sich selber die die angemessene Zeit nehmen, das Thema zu bearbeiten.
- Die erarbeiteten Materialien werden besser behalten und sind einfacher für Klausuren zu lernen.
- entspannt uns sinnvoll
- An eigenen Schwächen kann gearbeitet werden.
- Die Dinge, die einem selbst nicht gut liegen, kann man aufarbeiten.
- Man kann sich so mit dem Thema befassen, dass man für sich am meisten lernt.
Das wird kritisch gesehen:
- Gefahr: Nicht alle nutzen dies, viele chillen lieber, sodass oft kein gleicher Wissensstand erreicht wird.
- Man weiß nicht 100 %, ob es richtig ist.
- In Selbstlernphasen wird man zu schnell von Mitschülern abgelenkt. Zu Hause würden die Freistunden mehr bringen.
- Jeder macht was er will; z. B. Unruhe, man kann sich nicht konzentrieren, wird abgelenkt.
- Man arbeitet zu wenig, redet mehr über außerschulische Themen.
- Ich brauche jemanden, der mich anspornt.
Der Museumsgang
Der Museumsgang wurde von den SchülerInnen mit einem Zeugnisschnitt von 2,5 und besser mit 0,28 Punkten bewertet. Die SchülerInnen mit einem Zeugnisschnitt von 3,5 und schlechter bewerteten diese Methode mit 0,64 Punkten. (Zu dieser zweiten Gruppe gehören allerdings nur 16 SchülerInnen).
Unterschiede in der Einschätzung lassen sich im auch Blick auf die Geschlechterverteilung feststellen: Die Schüler bewerten den Museumsgang mit 0,47 Punkten, wogegen der Museumsgang bei den Schülerinnen auf 0,36 Punkte kommt.
Insgesamt kommt der Museumsgang auf einen Wert von 0,42 Punkten und liegt damit auf Platz 13 der schulinternen Hitliste der beliebtesten Unterrichtsmethoden.
Das gefällt Schülerinnen und Schülern am Museumsgang:
- Abwechslung
- man kann sich gegenseitig alles erklären
- man lernt in einer Gruppe zu arbeiten und sein Wissen aus dieser Gruppenarbeit anderen vorzustellen
- man bekommt viele Informationen
- Vorträge vor nicht so vielen zu halten ist einfacher als vor der ganzen Klasse; weniger Angst beim Vortragen
- Bewegung im Unterricht sehr gut
- Jeder muss etwas vorstellen und nicht nur einer.
- wirkungsvoll
- kleinere Gruppen, man hört eher zu
- alle müssen mitmachen
- Jeder muss das Plakat/Thema vorstellen und somit kann er es.
- Es wird sichergestellt, dass jeder sein Thema kennt und es vorstellen kann.
- anschaulich, jedoch benötigt man genügend Zeit
- verlangt Eigeninitiative
- Schüler können anderen Schülern gut verständlich erklären.
- Man kann gucken, ob man das Thema beherrscht.
- Jeder lernt selbstständig und man muss sich wirklich informieren.
- Man kann Themen besser nachvollziehen, weil man sie vor Augen hat.
- Durch Bilder/Modelle etc. kann man sich Dinge verdeutlichen.
Das kritisieren Schülerinnen und Schüler am Museumsgang
- Man ist auf die Erarbeitung eines Themas von den Mitschülern angewiesen. Oft ist der Vortragende nicht kompetent und man muss sich hinterher noch einmal alles erarbeiten.
- Manchmal ist es interessant, aber meist fehlt die Aufmerksamkeit.
- Manche Leute können nicht so gut erklären.
- Jeder muss erklären können- Verständnis wird vorausgesetzt, wenn andere erklären, wird viel vergessen.
- keine Notizen machen
- Viele Gruppen stellen ihr Thema falsch vor d.h. Wissen wird falsch vermittelt.
- zu viele Infos/zu viel Stoff auf einmal
- Es kommen nicht alle gleich mit.
- Man hat keine Zeit, sich auf den Vortrag der einzelnen Personen zu konzentrieren, da man die wesentlichen Sachen aufschreiben muss.
- Es ist zu laut.
Im Blick auf die Optimierung des Museumsgangs könnte z. B. gemeinsam erörtert werden:
- Wie lässt sich das Problem des hohen Geräuschpegels verringern, der entsteht, wenn in einem u. U. recht kleinen Klassenraum mehrere Gruppen gleichzeitig ihre Ergebnisse präsentieren?
- Wie kann man erreichen, dass die „Museumsbesucher“ nicht nur freundlich nickende Gäste an den einzelnen Stationen sind, sondern die vorgestellten Ergebnisse auch aufnehmen und mental verarbeiten?
(Stand: Januar 2010) |