Schüleraktivierendes Lehren und selbstständiges Lernen an der HildegardisschuleBeginnen wir mit zwei in der Praxis der Schule gelegentlich vernachlässigten pädagogischen Binsenweisheiten:
1. Lehrerinnen und Lehrer können Schülerinnen und Schüler nicht bilden. Das (reflexive) Verb „sich bilden“ weist darauf hin, dass sich Bildungsprozesse in der aktiven Auseinandersetzung mit einer Sache vollziehen, diese Auseinandersetzung hat das Ziel, sich selbst, den anderen und die Welt besser zu verstehen. Aus diesem Grund darf es einerseits nicht primär Aufgabe der Schule sein, Schülerinnen und Schülern Wissen „einzutrichtern“, denn dieses Eintrichtern ist kein Garant für die eigene Auseinandersetzung mit der Sache und für deren Verständnis – die eigene Erfahrung als Schüler lehrt eher das Gegenteil.
2. Lernkompetenz ist noch keine Bildung. Schule darf ihren Anspruch daher andererseits nicht darauf reduzieren, allen verbindlichen „Wissensballast“ abzuwerfen und statt dessen im Wesentlichen Methoden zu vermitteln, die Lernkompetenzen fördern, so lange nicht klar ist, welche „Sachen“ mit ihrer Hilfe geklärt werden sollen bzw. können - und inwiefern die dabei eingesetzten Methoden Schülerinnen und Schülern ermöglichen, sich zu bilden.
Wir möchten im Folgenden erläutern, wie an der Hildegardisschule in den letzten Jahren versucht wird, Schule so zu gestalten, dass Bildungsprozesse im Sinne einer aktiven und selbstständigen Auseinandersetzung mit der Sache ermöglicht werden, und wie wir dabei versuchen, neue Methoden selbstständigen Arbeitens in Bildungsprozesse zu integrieren.
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