
| Wie Bilder die Vergangenheit zurückholen-Schüler basteln Memory für Demenzkranke |
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Beim ersten Herantasten am Donnerstagnachmittag sind die Seniorinnen noch scheu. Dann erkennen sie die einzelnen Motive, die die Hildegardisschüler in Münsters Kirchen fotografiert haben. Einen Altar, Kirchenfenster, eine Bibel. Mit den Bildern auf den Karten, die verdeckt auf dem Tisch liegen, kommen bei den Demenzkranken die Erinnerungen zurück. Die Schüler der Hildegardisschule haben für die demenzkranken Menschen in der Casa Mauritz ein Memory-Spiel entwickelt, das diesen Effekt nutzen soll.
„So was hatten wir bei uns zuhause auch“, sagt eine Bewohnerin. Die Karte, die sie hochhält, zeigt einen Rosenkranz. Die Hildegardisschüler haben sich das Memory-Spiel im Religionsunterricht ausgedacht. Die angehenden Sozialhelfer haben in den Fächern Sozialpädagogik und Gesundheit über das Thema Demenz gesprochen. „Wir wollen beides miteinander verknüpfen, weil wir dachten, die alten Leute können besonders mit den religiösen Bildern etwas anfangen“, sagt Schüler Sascha Thole. Hildegard Grothues, Leiterin der Casa Mauritz, freut sich über das Geschenk. In der Wohngemeinschaft dienen Spiele vor allem dem Zusammenhalt. In der Casa Mauritz wohnen Menschen im Alter von 78 bis 97 Jahren. Sie sind alle an Demenz erkrankt. „Wir wollen ihre speziellen Fähigkeiten fördern und erhalten“, sagt Hildegard Grothues. Ein Spiel könne dazu sehr viel beitragen. Münstersche Zeitung, 3.10.09 |