Zurück zu den Wurzeln

IMG-1808Zurück zu den Wurzeln - Maria Kastner kehrte im Rahmen des Kiew-Austausches in ihre Heimat zurück
Maria Kastner, die im Juni ihr Fachabitur im Schwerpunkt Ernährungslehre erlangt hat und im jetzt ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin an der Hildegardisschule beginnt, hat eine bewegte Kindheit hinter sich.
Im Jahr 2000 als Kind einer ukrainischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren, verbrachte sie ihre ersten Lebensjahre in Kiew und ging dort auch in den Kindergarten. Eine ihrer Kiewer Kindheitserinnerungen ist die Teilnahme an den Protesten auf dem Maidanplatz im Jahre 2004, die als ‚Orangene Revolution' in die Geschichte eingingen.


Als sie fünf Jahre alt war, beschlossen ihre Eltern, dass sie in Deutschland leben und aufwachsen solle, da sich ihr dort ein besseres Leben und sehr gute Ausbildungschancen böten. „Meine Mutter setzte mich in Kiew ins Flugzeug, und mein Vater holte mich in Frankfurt am Main ab. Ich war sehr aufgeregt und gespannt auf das Leben in Deutschland, jedoch hatte ich auch ein wenig Angst". Seit dieser Zeit wohnt sie in Ottmarsbocholt, wo sie auch zur Grundschule ging und dort schnell Deutsch lernte. „Ich habe gleich Anschluss gefunden, weil ich recht offen im Umgang mit den Schülern war und aufgeschlossen. Ich wollte ganz schnell viel Neues wissen und lernen". In ihrer neuen Heimat fühlte Maria sich sehr wohl, obwohl sie schwere Schicksalsschläge zu verkraften hatte. Sowohl ihre Mutter als auch ihr Vater starben und Marie lebt seit Jahren bei ihrer Pflegemutter.IMG-1807
An der Hildegardisschule bot sich Maria die Möglichkeit, Verbindungen zu ihren Wurzeln zu knüpfen: Sie frischte im Russisch-Differenzierungskurs die Sprache ihrer Kindheit etwas auf, die sie fast komplett vergessen hatte, und kehrte im Rahmen des Kiew-Austausches in ihre Geburtsstadt zurück, wo sie nach all der Zeit vieles wiedererkannt hat: „Ich habe mich gleich wieder heimisch dort gefühlt." Im Vorfeld des Austauchbesuchs hatte sie Verbindungen zu ihrer Verwandtschaft geknüpft. In Kiew kam es dann zu einem Wiedersehen mit ihrem Halbbruder, einer Cousine und anderen Verwandten.
Maria liegt viel daran, den Kontakt zu der ukrainischen Seite ihrer Familie aufrecht zu erhalten. „In näherer Zukunft steht eine Reise nach Kiew an, und der Besuch der Cousine in Münster ist auch schon in Planung."

Raphael Leuer, 31.08.2018

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